Andreas Raum ● 0–117 Jahre

Andreas Raum im KinderKunstLabor mit halbrunden Sitzstufen an den Wänden und drei Elementen, bestehend aus Holzklötzen mit großen Glasscheiben, zum Zeichnen in der Mitte.
Andreas Raum | Ausstellung „Schattenfänger" (2025/2026) | © Max Kropitz

Kinderbande im Porträt
Das zweite Obergeschoss im KinderKunstLabor ist mit vielfältigen Werkzeugen, Geräten und Materialien ausgestattet. In diesem Raum dreht sich alles um das gemeinsame Tun. Die Erfahrungen mit den Arbeiten in der Ausstellung Geschwister – super & nervig können hier mit eigenen Experimenten vertieft werden.

Geschwister-Porträts in der Schwarz-Weiß-Fotografie bestechen durch Licht- und Schattenführung, Kompositionen, Proportionen, Formensprache, Rhythmus, Materialität. Das In-Beziehung-Setzen von Körpern und Räumen, Mimik und Gestik kann in der Fotografie mit einem Klick für die Ewigkeit festgehalten werden. Daher ist gerade dieses Medium in besonderer Weise dafür geeignet, geschwisterliche Beziehungen visuell zu untersuchen.

Wir haben für den Andreasraum deswegen Kopien einiger der berühmtesten Geschwister-Fotografien des globalen Nordens der vergangenen 100 Jahre zusammengestellt. Mit dabei sind die intensiven gesellschaftlichen Studien August Sanders, die zeigen, unter welchen Bedingungen Geschwister in verschiedenen ökonomischen Verhältnissen früher lebten. Auch die einzigartigen Studien familiärer Situationen zwischen Nähe und Unbehagen, die Joanna Piotrowska in ihren zeitgenössischen Fotografien festhält, sind hier versammelt. Genauso, wie die ikonografischen Zwillingsfotografien von Diane Arbus, Schülerin der legendären österreichischen Fotografin Lisette Model, die sich in unser kulturelles Gedächtnis eingegraben haben: Ungewöhnlich für die Zeit Ende der 1960er-Jahre blicken uns die Kinder aus den Fotos von Arbus frei jeder verspielten Kindlichkeit an.*

Über Gespräche und Studien dieser wundervollen Porträt- und Gesellschaftsstudien hinaus kann nun eine eigene Ausstellung von „Lieblingsporträts“ zusammengestellt und gezeichnet werden.

Im Andreasraum stehen dafür drei Sockel mit Glasplatten. Die Elemente mit den vertikalen Glasflächen sind dem legendären Ausstellungsdesign der Architektin Lina Bo Bardi nachempfunden. Sie bieten viele Möglichkeiten:

  • Stellt euch gegenüber auf, die Glasplatte in der Mitte. Spannt Pergamentpapier auf die Glasfläche und zeichnet euch gleichzeitig gegenseitig.
  • Nehmt euch ein Bild, Foto oder Handyfoto, eine Kopie oder Zeichnung und klebt diese von hinten auf das Glas, sodass ihr die Vorderseite durch die Fläche von vorne sehen könnt. Spannt nun von eurer Seite ein Pergamentpapier davor und zeichnet es ab.
  • Setzt euch auf die Stufen und schaut in die dort angebrachte Spiegelkachel. Zeichnet euch selbst.
  • Kombiniert und erweitert eure Zeichnungen beliebig. Fällt euch selbst noch etwas anderes ein?
  • Ihr könnt eure Ergebnisse an den Metallseilen über den Stufen im Raum aufhängen oder mitnehmen.

Mona Jas

*weitere Porträts von: Walker Evans, Helen Levitt, Vivian Maier, Nicholas Nixon, Helga Paris

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