Einzelausstellung von Rivane Neuenschwander (Brasilien)

13. September 2024 bis 23 Februar 2025,; Kuratiert von Mona Jas in enger Zusammenarbeit mit Andreas Hoffer
dream.lab (2024) | Rivane Neuenschwander | © Max Kropitz

Das dream.lab der brasilianischen Künstlerin Rivane Neuenschwander lädt zum Träumen und Mitmachen ein. Neuenschwander erarbeitete für das KinderKunstLabor eine immersive Rauminstallation zum Thema Traum und Träumen. In dieser ersten Einzelausstellung der Künstlerin in Österreich sind Elemente zu sehen, die in schöpferischen Prozessen mit den Kindern aus St. Pölten entstanden sind. 

Rivane Neuenschwander schuf  mit organischen Formen ein Areal, das einer Landschaft gleicht, in der Raum und Werk miteinander verschmelzen. Jede:r kann auf einem eigenen Pfad durch die sich transformierenden Farben, Klänge, Lichtstimmungen, verschiedenen Höhen und haptischen Materialien wandern. Es gibt keine festgelegte Abfolge, sodass sich vielfältige ästhetische Erfahrungen und Nutzungsweisen individuell entfalten können.

Zentrale Gestaltungselemente
Zentrales Gestaltungselement in dream.lab sind 41 rechtwinklige Holzrahmen, bespannt mit verschiedenfarbigen, teils gemusterten Stoffen in der Größe von Bettdeckenbezügen. Die Rahmen sind wie Paravents in Hoch- und Querformaten gleichzeitig Bildträger und Zwischenwände – von beiden Seiten sichtbar mit den von der Künstlerin bearbeiteten Zeichnungen über den ganzen Raum verteilt. Die Motive der Zeichnungen darauf haben die Kinder – den Konzepten Neuenschwanders folgend – auf Kopfpolstern, dem Ort der direkten Verbindung von Körper und Traum, gemalt, und mit Lavendelseife und eingeritzten Motiven aufgedruckt. 

Darüber hinaus hat die Künstlerin Motive aus weiteren Kinderzeichnungen in schwarze Umrissformen verwandelt. Unzählige Silhouetten sind an Aluminiumstangen angebracht. Alle können mit den von Kinderzeichnungen ausgehenden Traumfiguren Schattenspiele entstehen lassen, sodass sie groß auf der Wand erscheinen oder klein werden. Auch bieten drei Bühnen aus unbemalten Paravents  auf jeder Ausstellungswand einen Aufführungsort. 

Aktives Einmischen erwünscht
Im dream.lab sind die Kinder und Erwachsenen eingeladen, sich aktiv einzubringen und einzumischen. Für die Taschenlampen sowie weitere Accessoires wie Stifte, Folien, Papiere und Scheren konzipierte die Künstlerin drei großflächige Holztische mit Schubladen und Halterungen an der Seite. Auf einem der Tische ist inmitten der Arbeitsfläche ein Xylophon eingebaut: So können selbst erzeugte Tonfolgen die Aktionen begleiten. Gleichzeitig können die Kinder auf große mit Tafelfarbe bestrichene Flächen an den drei Wänden des Raums mit Kreide zeichnen. Darüber hinaus steht ein Overhead-Projektor auf dem Boden zentral vor einer der farbig gestalteten Paravents. Hier können die Kinder mit Folien, eigenen Zeichnungen und Umrissformen neue Bilder erzeugen. Zusammen mit allen anderen Elementen, den Kopfpolstern, Lichteffekten, den Kreidezeichnungen und Klängen kann so ein künstlerisches Labor zum Träumen entstehen.

Partizipatives künstlerisches Ausstellungsformat
Durch diese tiefgreifenden konzeptionellen Ansätze, die psychoanalytische Aspekte einbeziehen, bereichert Rivane Neuenschwander mit dream.lab im KinderKunstLabor das Spektrum partizipativer künstlerischer Ausstellungsformate. Die Kinder und ihre Erwachsenen sind Teil der ästhetisch auf höchstem Niveau gestalteten Ausstellung, die erst durch ihre Interaktionen zum vollständigen Werk werden. Es lohnt sich, auch einmal die Augen zu schließen, um selbst zu träumen.

Seit 2023 war Rivane Neuenschwander zur Vorbereitung im Austausch mit Kindern aus St.Pölten – mit Kinderbeiratsgruppen und der Kunstideenwerkstatt. Im Herbst 2023 startete der Prozess gemeinsam mit ihr und auch danach wurde in den Kindergruppen das Thema Traum und Träumen sinnlich und künstlerisch umgesetzt. Rivane Neuenschwander hat für das dream.lab Workshopkonzepte entwickelt, die im KinderKunstLabor mit den Kindern erprobt und angepasst werden konnten. Die daraus hervorgegangenen Artefakte sind von der Künstlerin bearbeitet und in ihre zeitgenössische Formensprache übersetzt worden. 

    Weiterführend

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