Rivane Neuenschwander

Jahr: 2002, Material: 42 Edelstahleimer, Stahlnägel, Stahlgewinde, Filter, Gewichte, Leiter und Wasser (Ausstellungskopie), Größe: variabel
Kinderhände fangen unter einem Metalleimer der Installation „Chove Chuva" (dt. Regen regnet) einen Wassertropfen auf.
Chove Chuva (2002)| Regen regnet | Rivane Neuenschwander | Edelstahleimer, Stahlgewinde, Leiter und Wasser | © Max Kropitz

Beim Besuch der Ausstellung empfängt die Eintretenden ein Klangteppich fallender Wassertropfen. Rivane Neuenschwander hat 21 Edelstahleimer in verschiedenen Höhen aufgehängt. Diese sind mit winzigen Löchern im Boden versehen und mit Wasser gefüllt. Unter jedem Eimer findet sich ein weiterer, der die Tropfen auffängt und gleichzeitig als Resonanzkörper dient. 21 Wassertropfen treffen manchmal gleichzeitig, manchmal knapp nacheinander oder mit unterschiedlichen zeitlichen Abständen auf die Wasseroberflächen der Eimer darunter. Hier sind die Wasserstände ebenfalls unterschiedlich: Mal ist der Eimerboden kaum mit Wasser bedeckt und der Tropfen klatscht direkt auf Metall, mal ist der Eimer bereits gefüllt und der Tropfen platscht hinein. Das ergibt unendliche Variationen von Klängen und Rhythmen. Ihnen zu lauschen, verschafft stets neue Hörerfahrungen.

Mit Rain rains erschafft Neuenschwander ein begehbares Environment, das sich zum einen auf die knappe Ressource Wasser bezieht, zum anderen aber auch die Geräuschkulisse des tropischen Regenwalds zitiert. Nach einer länger währenden positiv gestimmten Nachkriegsmoderne, in Brasilien mitgeprägt von Architekt:innen wie Oscar Niemeyer oder Lina Bo Bardi, manifestieren sich gegenwärtig Anzeichen des Verfalls und des klimatischen Wandels. Der beiläufig aufgestellte Eimer ist ein alltägliches Element in vielen Regionen weltweit geworden.

Als Künstlerin der Eröffnungsausstellung zeigte Rivane Neuenschwander Rain rains bereits 2023 in einem ähnlichen Setting in der Ausstellung Träume von Räumen des KinderKunstLabor im Benedikthaus in St. Pölten. Das Material der Eimer aus Metall schuf eine Verbindung zur Geschichte des Ortes. In diesem Gebäude St. Pöltens waren seit dem 18. Jahrhundert Eisenhändler ansässig. Die Umgebung aus undichten Eimern wird an beiden Orten durch eine sisyphushafte Rezirkulation vor dem Überlaufen bewahrt, indem das Team des Hauses sie in vierstündigen Zyklen betreut. Jeden Tag wird das Wasser, das in die Eimer auf dem Boden tropft, wieder in die hängenden Eimer gefüllt: Durch die tägliche „Fürsorge“ der Institution entsteht ein konstanter Wasserkreislauf. 

Der Klang von tropfendem Wasser regt zum Träumen an und erinnert gleichzeitig an die Kostbarkeit von Wasser für die Bewohnbarkeit der Erde.

Mona Jas

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