Der Workshop von Ronja Grossar fand im anderen Labor statt. Auf einem Rattanteppich mitten im Raum lagen verschiedenste Material bereit, um Kreisläufe herzustellen. Drei großformatige Packpapiere - zwei auf dem Boden und eines auf einem Tisch – waren dazu für das anschließende Drucken auf Papptellern ausgefaltet. Gouache Farben, Buntstifte, Walzen, Plexiglasscheiben, Farbtöpfe, Pappteller und unterschiedlichste Pflanzen und Lebensmittel aus Ronjas Garten ergänzten den Materialfundus.
Ziel des Workshops war es den Kindern zu vermitteln, wie Kreisläufe von verschiedenen Pflanzen funktionieren und dadurch Rückschlüsse und Learnings zur gegenwärtigen und zukünftigen Ernährungsweise zu sammeln. Dazu legten die Teilnehmenden im ersten Workshopteil gemeinsam in großer Runde einen Kreislauf mit einer (symoblischen Form der) Sonne in der Mitte. (Maiskorn à Erde à Pflanze à Maiskolben à Maiskörner (an dieser Stelle gab es einen zweiten Einschub mit einem Huhn, was die Maiskörner pickt und Eier legt) à Popcorn/ Maismehl/ Maisstärke à Tüten/ Eisenbahnschienen/ Filament à Federn à Kristalle à Erde). Danach teilte sich die Gruppe und jede für sich legte nochmals einen Kreislauf.
Im zweiten Teil des Workshops erhielten die Kinder Pappteller mit zwei Unterteilungen, die kleinere „für sich“ und der große Teil „für alle“. An drei Stationen stand je eine Gouache Farbe bereit und eine Frage mit dessen Antwort der Teller bedruckt werden soll. Die Fragen lauteten:
- „Mit wem will ich meinen Teller teilen?"
- „Was möchten wir im Jahr 2100 essen?“
- „Was ernährt den Boden? Was nicht?“.
Das Thema „Kreisläufe“ fand durch den großen Teppich mit all den verschiedenen Objekten eine ideale Form der Visualisierung, und damit der Vermittlung. Das Schmecken von Bio- versus Supermarktprodukten und dann das Riechen von unterschiedlichen Bodenproben regten die Sinne der Kinder an. Das Drucken mit den Lebensmitteln setzte ästhetische Prozesse in Gang. Konzentriert analysierten die Kindern die Duftnoten der verschiedenen Pflanzen und schufen ein eigenes Ordnungssystem .
Die verschiedenen Fragen in der Gestaltungsphase waren bewusst abstrakter gehalten, sodass sie zum weiteren Nachdenken inspirieren konnten, etwa mit Rückschlüssen auf eigene Lebensrealitäten und Ernährungsweisen. Im zweiten Workshop am Nachmittag erprobte das Team Prozesse in gänzlich freier Gestaltung, die eine der oben genannten Fragen in ihr Zentrum stellten.
Zitat/Stimme Teilnehmer*in, Workshopleiter*in
Auf die Frage von Ronja Grossar „Was esst ihr gerne?“ antworten die Kinder: „Alles, was schmeckt.“, „Reis und Huhn“, „Steaks“, „Borschtsch“, „arabisches Essen“, „Gulasch“, „Döner“. Ronja sagt, dass sie zurzeit am liebsten Erdbeeren aus ihrem Garten isst. Ronja Grossar gibt Kindern zum Einstieg je ein Stückchen Karotte in eine Hand, in die linke eine Bio-Karotte von einer Bäuerin und in die rechte eine Karotte aus dem Supermarkt. Während die Kinder beide Karotten probieren, haben sie ihre Augen geschlossen. Ronja fragt die Kinder: „Was habt ihr geschmeckt?“. Die Kinder antworten „Die linke hat bitterer geschmeckt. Die rechte hat süßer geschmeckt und war weicher.“ „Eine war kleiner als die andere.“ Ronja hakt nach: „Warum haben sie unterschiedlich geschmeckt?“. Die Kinder überlegen „Verschiedene Sorten“, „Eine war reif und eine nicht.“ „Eins hat intensiv gerochen nach nasser Erde.“, sagt eines der Kinder nachdem unterschiedliche Erdproben zum Riechen herumgereicht geworden sind.