Carola Dertnig
Carola Dertnig lebt und arbeitet in Wien. Seit vielen Jahren wirkt die Künstlerin an der Schnittstelle von Performance, Installation und feministischer Kunstpraxis. Seit 2006 leitet sie den Fachbereich Performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie nahm 1997 am Whitney Independent Study Program in New York teil und war als Gastprofessorin am California Institute of the Arts (CalArts) in Los Angeles tätig. Dertnigs Arbeiten wurden und werden in zahlreichen Ausstellungen in Museen und Galerien gezeigt, darunter in Landesgalerie Niederösterreich, Krems; Galerie CRONE, Wien/Berlin; Galerie Andreas Huber, Wien; Solyanka State Gallery, Moskau; REDCAT CalArts Theater, Los Angeles; MoMA PS1, New York; Artists Space, New York; Museum of Modern Art, New York; mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien; Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, und Secession, Wien. Im Jahr 2024 wurde ihr Werk in der Einzelausstellung Dancing through Life im OK Linz inklusive einer Publikation präsentiert. 2013 erhielt sie den Österreichischen Kunstpreis.
Bereits 1999 nahm Carola Dertnig am renommierten PS1 Studio Program teil. Das Programm bot internationalen Künstler:innen Arbeitsräume innerhalb des Gebäudes, um in einem Austausch mit der New Yorker Szene zu produzieren. Der Aufenthalt Dertnigs im PS1-Studio festigte ihren Ruf als bedeutende Stimme der performativen Kunst und war zudem von entscheidender Bedeutung für ihren internationalen Durchbruch. In ihren Slapsticks des Alltags inszenierte die Künstlerin sich selbst in scheinbar banalen und gleichzeitig subversiv-komischen Alltagssituationen. Exemplarisch sei hier die Szene angeführt, in der sie in einer engen New Yorker Küche verzweifelt versucht, einen wackeligen Tisch zu stabilisieren, um darauf dann Brot schneiden zu können („Bread“, 1997). Einen Schlüssel zum tieferen Verstehen ihrer performativen Inszenierungen gibt uns Carola Dertnig mit ihrem „Ei-Erlebnis“. Mit 13 Jahren trat sie im Zirkus Roncalli als Clown auf. In ihrem Auftritt – einem Sprung aus einem großen Ei – stolperte die Künstlerin und rutschte im Sägemehl aus. Diese Erfahrung habe ihr lebenslanges künstlerisches Forschungsinteresse an dem Zusammenspiel von Raum, Körper und Performance initiiert. Dertnigs Werke sind im Umfeld des PS1 und in der New Yorker Kunstszene als erfrischend präzise, feministische Dekonstruktion alltäglicher Verhaltensnormen und gesellschaftlicher Rollenbilder zu betrachten.
Für das KinderKunstLabor entwickelte Carola Dertnig einen Werkkomplex aus Schaukeln, Action Painting und Happening, der in der Ausstellung FINALLY it’s HAPPENING gezeigt wird.